2. Buch von Delavy "Linien zum Himmel ziehen"
René Vidal-Delavy
LINIEN ZUM HIMMEL ZIEHEN
Der planetare Fundamentalismus
und Orakel 2099
Inhalt
Einklang
"Schmetternde euer dass ihr flüg"
Teil 1 - Der planetare Fundamentalismus
Ausgangslage und analytische Betrachtungen
Ist die planetare Realität in Bildern oder in Worten zu fassen?
Die Würde der Kreatur und die modernen Philosophen
Verstand vs. Gefühl
Intellektuelle vs. Denker
Exkurs: Warum Genies Kinder bleiben
Der entstellte Mensch
Die Luft wird dünner
Irrtümer der Glaubenslehren
Der positive planetare Fundamentalismus
Analytische Betrachtungen in Kürze
Alltagsleben, Freizeit und Medien
Die Medien, kurz vor dem geistigen Zusammenbruch
Nachdenken über den Sport
Warum telefonieren die Menschen die ganze Zeit?
Wer seinen Sport wählt
Wer seine Freizeit wählt
Die schönen Künste
Die Legende von der Verkehrsdurchsage
Geschichte und Politik
Warum werden nicht die Besten eines Landes Politiker?
Was ist der Wert historischer Ereignisse?
Holocaust-Money in Switzerland and its interpretation in the USA
Schweizer Realität und der Rest der Welt
Öcalan und die Türken - oder: Die Zufälligkeit der Nation
Stechschritt und Marschmusik
Der letzte Personenkult
Westliche geistige Dekadenz oder der Untergang des Kommunismus
Carmen Mory und die neue Toleranz
Wirtschaft und Macht
Reiche und Arme in der besten aller Welten
Die Überwachungswelt
Vollbeschäftigungseuphorie
Der Wahn an der Wallstreet
Das Märchen von der sozialen Marktwirtschaft
Wirtschaftstheorien und ihre Wirkung auf die Welt
Die optimale Geldverteilung
Das Ende der Geldwirtschaft und der Börsen
Die "Chancen" im globalen Wettbewerb
Erfahrungen der leichteren Art
Vom Versuch, ein Literat zu werden
Die "höhere" Literatur
Kontakte zu Frisch und Dürrenmatt
Die Raben und der Hundetopf
Christus und das Aquarium
Die moderne Literatur der Selbsthilfe im Leben
"It was a dark and stormy night"
Ein falscher Pianist und der moderne Sauglattismus
Die Legende vom Wolf, der unter das Fahrzeug geriet
Mein Hund
Im Ballon um die Erde fahren
Von der Zukunft der Existenz
Zum eigenen Tod
Warum haben wir Angst, insbesondere Angst vor der Zukunft?
Warum sind die Kinder und die Alten die wahren Weisen?
Himmel - Erde - Hölle, und die Begründung der Sinnbilder
Credo an die Heiterkeit
Die Opfer und ihre Täter und deren Verteidiger
Schulen und ihr Zweck, heute und morgen
Die sexuelle Revolution der Postmoderne
Der Mann ist Subjekt, die Frau ist Objekt
Kriege und Katastrophen aller Art
Natürliche vs. von Menschen gemachte Katastrophen
Titanic - Sinnbild für den Niedergang
Arche - Sinnbild für das Überleben
Ein Lawinenwinter
Katastrophen zur Sinnfindung
Wer hat das Schwungrad der Weltaufrüstung angetrieben?
Die Deutschen und ihre Art der Kriegsverwindung
Die Grenzen des Friedens
Die Wahrnehmung vom Wesen der kriegerischen Friedensmissionen
Von der Philosophie des Denkens
Nachdenken über unsere heutige "Condition humaine"
Warum hat der Mensch keine Zeit, um kreativ zu sein?
Erklären die Dichter die Welt, wenn sie ein Menschenschicksal umschreiben?
Epochale Gedanken und ihre Wirkung
Wunschdenken vs. Aufklärungsdenken
Im Koma
Meine Relativitätstheorie
Kollektive Freude, kollektive Trauer
Was unterscheidet die Fische im Aquarium von Menschen auf der Erde?
Die Logik der Tiere erkennen
Vom Teufel besessen? Die Strassen der Gedanken
Prinzip Hoffnung vs. Prinzip Handeln
Erfolg als Lebensprinzip
Denken und Verstehen
Das Geheimnis vom Denken
Je grösser die These, desto kleiner die Form
Je kleiner die These, umso komplizierter die Form
Die geistigen Bedürfnisse des Menschen und ihre Befriedigung
Gibt es eine Existenz, und wenn ja, was bedeutet "Existenzberechtigung"?
Wer regiert die Welt, das Geld oder die Ideen?
Das Ende der Vorsehung und das Prinzip Hoffnung
Die dümmste Begründung nicht über Ökologie zu schreiben
Die Gefahr meiner Gedanken
Worauf es ankommt
Teil 2 - Orakel 2099
A. VORAUSSAGEN
B. LÖSUNGSWEGE
EINKLANG
"Schmetternde euer dass ihr flüg"
Bevor wir zu wirklich ernsthaften Themen kommen, die noch genug Nerven brauchen werden, erzähle ich einmal aus der Schule, aus der Schule des Lebens sozusagen: der Kindheit und Jugendzeit. Und das geht so:
"Schmetternde euer dass ihr flüg weiss nöd woi", dies war ein Standardsatz meiner Mutter. Sie sagte ihn noch unter Aufbietung letzter Energien, als wir Söhne sie, die nur 140 cm "gross" war, um drei Köpfe überragten. Dieser Kampfruf, in urkomischem Slang, einer Vermischung aus Französisch aus dem Unterwallis am Genfersee und dem später angelernten Züri-Deutsch, vorgebracht, ist übersetzenswert: "Ich schmettere euch, dass ihr fliegt, ich weiss nicht wohin". Also, man muss sich vorstellen, dass diese Androhung eine ungeheure Wirkung entfalten sollte, wie denn - frage ich, soll sich eine kleine Mutter gegen ihre wild gewordene Bande sonst durchsetzen können?
Als wir sehr klein waren, die drei Schnudderbuben im Quartier um den Kreuzplatz in Zürich, da wirkte der Spruch manchmal noch. Doch später, als wir den Widerspruch zwischen der Bedeutung der Worte und dem Erscheinungsbild der Mutter und ihrer urkomischen Sprache verstanden, artete die Szenerie immer in ein grosses Gelächter aus, wobei sich "D' Mamme" (Mutter, Mami, maman, etc.) am meisten über ihre kuriosen Sprachschöpfungen amüsierte.
Einmal vor Weihnachten unterstützte sie den Drohruf durch die Fabrikation einer Fitze, das heisst, einer Rute. Sie sammelte also mehrere dürre Stecklein und band sie zusammen mit einer Schnur. Sie wartete auf die Gelegenheit zur Strafe. Diese kam schnell und so stürmte sie in die gute Stube und rief: "Schmetternde euer ..." und holte zum Schlag aus. Da zerfiel die Rute in tausend Teile allein vom Windzug des Ausholens, und wir Knaben brüllten vor Lachen und hielten uns die Bäuche. Doch am meisten lachte meine Mutter, wir mussten uns ihrer annehmen, damit sie sich wieder erholen konnte. Später musste nur einer sagen: "Fitze", und schon brüllten alle los.
Sie hatte es nicht leicht, ging für reiche Leute im Quartier putzen, für wenige Franken und kuschte freiwillig vor jeder Zumutung. Diese Hochachtung vor reichen oder mächtigen Leuten blieb ihr (und mir) ein Leben lang erhalten und so verwahrte sie sich immer, als strenggläubige Katholikin, wenn ich zu meinen Tiraden auf das Papsttum anhob: "Er ist schon gut, der Pappe. Lass ihn in Frieden, er ist schon gut..." Mehr an Begründung zu ihrer Verehrung vor dem Stellvertreter Gottes war da nicht zu bekommen...........................................
200 Seiten